Primordial - The Gathering Wilderness

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Exile Amongst The Ruins13.04.2018261
 

Reviews

Durchschnittliche Bewertung: 6 (Reviews: 1)

toolshed
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Es gibt Bands und Alben, für deren Rezension ein Schreiber geduldig darauf warten sollte, dass Licht und Hektik des Tages unter dem dicken Mantel der Nacht ihre verdiente Ruhe finden. So auch im Falle von Primordial. Es würde nur wenig Sinn machen ihre CDs beiläufig am helllichten Tag beim Sitzen vor der heimischen Spiel-Konsole vorbeiziehen zu lassen. Solche Werke verdienen unsere volle Aufmerksamkeit. "The Gathering Wilderness" macht da absolut keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil! Diese CD will gehört werden! Es wäre interessant zu wissen, ob zuerst das Album oder der Titel stand. Denn merkwürdig ist es schon, wie unglaublich gut Titel, Bandname, Coverartwork und Musik bei "The Gathering Wilderness" zusammen passen. Kein Wunder, wenn Vermutungen aufkommen, ein gewisses Konzept könnte dahinter stecken.

Der fünfte Longplayer klingt nämlich tatsächlich, als würde die Wildnis sich sammeln und somit zu ihrem Ursprung zurückkehren (primordial – engl. "ursprünglich"). Möglicherweise auch, um sich am Menschen zu rächen.
Dieses Werk wirkt sehr viel kantiger, rauer und eben ursprünglicher als seine Vorgänger. Es ist vergleichbar mit der harten unwirtlichen Natur einer tristen Einöde, mit einem unerbittlich tosenden Sturm, der sich begleitet von peitschendem Regenguss und grollendem Donner unaufhaltsam vorwärts bewegt. Inmitten dieses Unwetters versuch ein einziger Mann mit aller Kraft gegen all die tiefe Verzweiflung, gegen die Verbitterung und den schier unendlich groß erscheinenden Schmerz anzukämpfen. Dieser Mann ist Sänger A.A. Nemtheanga, dessen Stimme die Band so unverwechselbar wie einzigartig macht. Es scheint, als würde er durch sie alles Schlechte auf dieser Welt herausschreien. Dabei schwingt die Darstellung stets zwischen purem Leid ohne jede Hoffnung und einer Wut, die Entschlossenheit erkennen lässt, sich gegen die Dinge aufzulehnen. Das fasziniert und geht unter die Haut!

Natürlich wäre all sein Wehklagen ohne musikalische Begleitung nur halb so ergreifend. Diese liefert die Band recht eindrucksvoll. Sie erzeugt durch massig bis schroffe Riffs und Rhythmen diesen bereits beschriebenen Sturm, der sich gewollt monoton durch das ganze Album zieht. Vereinzelt klingt er für einen Augenblick ab. Jedoch nicht, um dem Hörer vielleicht eine kleine Pause zu gönnen. An diesen Stellen bleibt Zeit für die Klampfen, das Gefühl von Bedrückung noch ein wenig zu steigern.
Zur Beruhigung sei noch gesagt, dass die erwähnte Monotonie keinesfalls schlecht ist oder gar langweilt. Das tut sie in keinem der sieben Songs, die im Durchschnitt übrigens zwischen sieben bis neun Minuten Spielzeit liegen. Sie trägt viel mehr zur Atmosphäre bei und dient der Darstellung der Melancholie. Verzagt nicht, wenn Ihr nicht sofort von "The Gathering Wilderness" begeistert seid! Das Werk braucht Zeit, denn es erschließt sich uns erst nach mehrmaligem Hören vollständig. Primordial ist mit diesem Album ein Stück Musik gelungen, das kein Freund von schleppendem atmosphärischem Metal verpassen sollte.
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