Primordial - To The Nameless Dead

Album

Jahr:2007
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Tracks

16.11.2007
CD Metal Blade 3984-14649-2 / EAN 0039841464924
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16.11.2007
LP Metal Blade 3984-14649-1 / EAN 0039841464917
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16.11.2007
CD Metal Blade 3984-14649-0 / EAN 0039841464900
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Primordial   Discographie / Fan werden

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Exile Amongst The Ruins13.04.2018261
 

Reviews

Durchschnittliche Bewertung: 6 (Reviews: 1)

toolshed
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Der Mensch ist dazu verdammt, seine Fehler zu wiederholen. Er lernt nicht von ihnen, da sie ein Teil dessen sind, was das Mensch-Sein ausmacht. Die Fehler werden weitergegeben, von Generation zu Generation zu Generation. Beinahe tragisch wirkt das Schicksal unserer Entwicklung, die von Beginn an stets den Untergang selbst als ihren Steuermann zu haben schien. Imperien erwuchsen aus dem Verfall und Menschen vergaßen schon bald, dass das Fundament ihrer Existenz auf den Leben der Vergangenen gegossen wurde.
Es ist ein durchweg düsteres Szenario, welches das irische Phänomen Primordial dieser Tage musikalisch verbildlicht.
Beinahe drei Jahre sind seit dem Erfolg von "The Gathering Wilderness" vergangen. Drei Jahre, die nötig waren, um den Weg für ihren aktuellen Longplayer "To The Nameless Dead" zu ebenen.

Drei Jahre sind nicht viel Zeit, berücksichtigt man den thematischen Umfang, welchem sich die fünf Iren hier stellten. Ihr Werk gilt all jenen Namenlosen, die von der Geschichte betrogen und begraben unter den Trümmern vergangener Kulturen der Vergessenheit preisgegeben sind.
Auf den ersten Blick scheinen Primordial damit ein Klischee des Pagan-Metal zu erfüllen. Geschichte als thematische Komponente und Ahnenhuldigung als Ziel. Auf den zweiten Blick entpuppt sich die Angelegenheit Primordial-typisch als weit komplexer. Nemtheangas lyrischer Ausflug in die Vergangenheit eröffnet gleichsam ein Blick auf unsere gegenwärtige Welt.

Singt er von Nero, der untätig weg sah, als Rom in Flammen stand, hält er der heutigen Gesellschaft einen Spiegel vor, die den Dingen ebenso lethargisch ihren Lauf lässt. Spricht er von vergangenen Verrätern, meint er die Betrüger, die für alle Zeit unser Leben beeinflussen werden.
"To The Nameless Dead" ist mehr Fingerzeig auf Missstände, als historische Verarbeitung, auch wenn die Ursprünglichkeit eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Musikalisch gesehen bewegt man sich nämlich mit einer gewissen Heroik tatsächlich näher an alte Pagan-Traditionen heran. Den acht Stücken merkt man im Vergleich zu "The Gathering Wilderness" eine deutliche Veränderung an.

Während man sich drei Jahre zuvor gebrechlicher gab und die Stücke aus einem tiefen Schmerz entstanden schienen, wirken sie nun weit machtvoller und erhaben. Der Sound präsentiert sich druckvoll und angriffslustig. Die Blast-gespickten Songs lassen weit mehr Dynamik zu als es beim Vorgänger der Fall war. Mitunter recht melodiöse Klampfen erschaffen atmosphärische Szenarien, wo vorher noch Monotonie und zermürbende Bedrückung herrschten. Hinzu kommt Sänger Nemtheangas wunderbar intensive Stimme, die das Klagen abstriff um diesmal wütend zu mahnen und fesselnd zu verkünden. Entgegen dem digitalen Zeitalter entschied man sich außerdem, die Platte im hauseigenen Studio komplett analog einzuspielen. Ein Schachzug, der sich klanglich hervorragend ins Gesamtkonzept fügt.
Zusammengefasst ergeben alle Komponenten ein vielschichtiges Werk, das einerseits durchaus gesellschaftskritischen Charakter trägt, andererseits aber den Opfern der Geschichte würdevoller gedenkt, als es der Großteil aller Metal-Balladen über gefallene Krieger jemals zu tun vermag.
Die Komplexität erschließt sich, wie man es von Primordial erwartet, erst nach mehreren aufmerksamen Durchläufen. Langzeitmotivation ist also gegeben und bietet Jedem auf der Suche nach Erfahrungen jenseits der Baukastenmusik willig ein paar lohnende Stunden.
Zuletzt editiert: 03.02.2009 04:28
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